01.12. - 17.12.2017
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Quantensprung-Kongress 2017

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Gleich zu Beginn umfängt uns die suggestive Stimme eines offensichtlichen Hypnotiseurs ("… der Tag wird kommen, an dem wir für Gott die Energien der Liebe freisetzen. Dann werden wir das Feuer zum zweiten Mal entdeckt haben!"). Mut machen sollen diese "aufbauenden Geschichten aus Amerika", die Seele streicheln und unser Inneres wärmen — ganz so, wie es die gute alte Hühnersuppe bei Erkältung zu tun pflegt. Lachen werden wir. Zuweilen auch weinen. Sollte sich uns die tiefere Botschaft nicht gleich erschließen, Zeit nehmen, ihnen nachlauschen, die Lektion begreifen, sie auskosten und schließlich weitergeben. Derart weich geklopft, gibt uns Gott persönlich aus einer Synthesizer-Klangwolke ein Mutter Theresa-Zitat mit auf den langen Hörpfad. Los geht's. "Alles, woran ich mich erinnere", die Geschichte eines Mannes, der als Junge von seinem Vater mit einem täglichen "hab ich dir heute schon gesagt, wie sehr ich dich liebe?" seelisch gestärkt wurde. Nächste Story: Ein Rudel Slumkinder mit stark nach unten weisender Sozialprognose, macht überraschend Karriere. Grund hierfür, eine liebende Lehrerin. Mitteleuropäisch aufgeklärte Ohren dürften manchmal klingeln angesichts dieser 89 kurzen, im Grunde recht simpel gestrickten Tue-Gutes-und-liebe-Deinen-Nächsten-Votivbildchen. Die Mixtur aus Readers Digest-Artikel und religiösem Erbauungstraktat hat in Amerika fast Verkündigungscharakter. Sieben Millionen Menschen beherzigten die saccharinhaltigen Handlungsanweisungen des Selbstachtungsgurus Jack Canfield und seines Partners Mark Hansen, eines Karriereberaters für Elitemenschen, "die ihr Einkommen innerhalb von drei Jahren verdreifachen möchten". Hier hört die Liebe aber auf! –Ravi Unger (mehr …)
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